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Ingo Renner Cup
1 Allgemeine Regeln
1.1 Ziel des Ingo Renner Cup
Ziel des Ingo Renner Cup ist die Förderung des Streckensegelfluges und der australischen Segelflugpilot*innen.
1.2 Veranstalter
Veranstalter ist Gliding Australia.
1.3 Termin und Ort der Meisterschaft
Der Ingo Renner Cup wird dezentral für Flüge mit Start in Australien durchgeführt. Der Wertungszeitraum reicht vom 1. Oktober bis 30. September. Der Sommerzeitraum reicht vom 1. Oktober bis 31. März, der Winterzeitraum vom 1. April bis 30. September.
1.4 Vereine und Teilnehmende
Teilnehmende Vereine können Segelflugvereine sein, die Mitglied von Gliding Australia sind. Teilnehmende können Segelflugpilot*innen sein, die ordentliches Mitglied eines teilnehmenden Vereins oder von Gliding Australia sind. Teilnehmende dürfen sich in einer Saison nur für einen teilnehmenden Verein melden. Mit dem ersten gemeldeten Flug legen die Teilnehmenden fest, für welchen Verein sie in diesem Wertungszeitraum teilnehmen. Teilnehmende gelten als Junior*innen, wenn ihr 25. Geburtstag nach dem 1. Januar des Wettbewerbsjahres liegt oder sie jünger sind.
1.5 Regeln
Die Sorgfaltspflichten für die Einhaltung der behördlichen Bestimmungen sowie der sonstigen für den Segelflug anzuwendenden Vorschriften und Empfehlungen liegen bei den Teilnehmenden.
Die Entfernungsberechnung erfolgt auf Basis des WGS84-Ellipsoids (Vincenty's Formel). Im Ingo Renner Cup werden nur Flüge berücksichtigt, die von einem australischen Flugplatz starten. Die Meldungen über Wertungsflüge sind online einzureichen über die Plattform weglide.org.
1.6 Meldung zur Meisterschaft
Der erste eingereichte Antrag auf Wertung eines Teilnehmenden gilt als Meldung zur Meisterschaft. Damit erkennen die Teilnehmenden die Regeln des Ingo Renner Cup unter Ausschluss des Rechtsweges an. Mit dem Antrag auf Wertung erfolgt die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten der Teilnehmenden im Rahmen der Auswertung und der Veröffentlichung der Flugdaten. Es gelten die auf der WeGlide-Plattform einsehbaren Hinweise zum Datenschutz.
1.7 Verstöße
Teilnehmende Vereine und Personen, die durch unwahre Angaben oder unlautere Methoden Vorteile in der Wertung zu erringen suchen, können vom Ingo Renner Cup disqualifiziert werden. Bei vorsätzlichen Verstößen gegen die Regeln wird eine Sperre von 5 Jahren verhängt und der Name der betroffenen Person bzw. des betroffenen Vereins veröffentlicht. Im Wiederholungsfall beträgt die Sperre 10 Jahre. Den regionalen Verbänden bleiben in diesen Fällen weitere Maßnahmen vorbehalten.
1.8 Einspruch
Einsprüche zu Wertungen sind an Gliding Australia zu richten. Ein Einspruch muss spätestens 48 Stunden nach der Wertung des Fluges erfolgen. Ein Beschluss zu einem Einspruch soll zeitnah, spätestens jedoch bis zum 10. Oktober nach Ende des Wertungszeitraumes erfolgen.
1.9 Siegerehrung
Die Bekanntgabe und Veröffentlichung der Sieger*innen erfolgt durch Gliding Australia.
2 Wertungen
Teilnehmende können beliebig viele Flüge zur Wertung anmelden. Die Wertung eines Fluges erfolgt in der Klasse, die dem geflogenen Flugzeugmuster in der gültigen WeGlide-Indexliste zugeordnet ist. Alle Flugzeuge bis einschließlich Index 106 können auch in der Clubklasse gewertet werden. Flugzeuge der Clubklasse können mit variablem Ballast gemäß Flug- und Betriebshandbuch geflogen werden. Haben Teilnehmende Flüge auf Flugzeugen verschiedener Klassen gemeldet, werden sie in jeder dieser Klassen bzw. Wertungen gewertet. Alle Flüge werden mit dem Index des Flugzeuges entsprechend der jeweils gültigen WeGlide-Indexliste bewertet.
2.1 Ingo Renner Cup
Sieger*innen werden in folgenden Klassen ermittelt:
- Offene Klasse
- 18m-Klasse
- 15m-Klasse
- Standard-Klasse
- Club-Klasse
- Doppelsitzer-Klasse
Sieger*in in der jeweiligen Klasse ist die/der Teilnehmende mit der höchsten Summe ihrer/seiner drei besten Streckenwertungen gemäß 4.1.
2.1.1 Rangliste Frauen
Die gewerteten Streckenflüge von Frauen werden zusätzlich in einer Rangliste der Frauen-Streckenwertung zusammengefasst. Flüge in Doppelsitzern werden auch in der Frauen-Wertung berücksichtigt, wenn die/der Co-Pilot*in ebenfalls Frau ist, oder wenn der Doppelsitzer einsitzig geflogen wird. Einzelsiegerin ist die Teilnehmerin mit der höchsten Punktzahl aus drei Flügen.
2.1.2 Rangliste Junior*innen
Die gewerteten Streckenflüge von Junior*innen werden zusätzlich in der Rangliste Junior*innen-Streckenwertung zusammengefasst. Flüge in Doppelsitzern werden auch in der Junior*innen-Wertung berücksichtigt, wenn die/der Co-Pilot*in ebenfalls Junior*in ist, oder wenn der Doppelsitzer einsitzig geflogen wird. Einzelsieger*in ist die/der Teilnehmende mit der höchsten Punktzahl aus drei Flügen.
2.2 Australian Gliding League
Die National League findet jedes Wochenende zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März statt. Jedes Wochenende bildet eine Runde. Das Rundenergebnis des jeweiligen teilnehmenden Vereins an einem Wochenende berechnet sich aus der Summe der drei besten Ergebnisse verschiedener Teilnehmender aus der Sprintwertung gemäß 4.2.
Sieger der National League ist der teilnehmende Verein mit der höchsten Punktzahl.
Die Punkte werden nach folgender Formel vergeben:
- Der 1. Platz bekommt drei Punkte mehr als der 2. Platz, mindestens jedoch drei Punkte
- Der 2., 3. und 4. Platz bekommt zwei Punkte mehr als der vorhergehende Platz, mindestens jedoch zwei Punkte
- Der 5. bis zum 14. Platz bekommt einen Punkt mehr als der vorhergehende Platz
- Jeder Verein mit einem gültigen Flug erhält mindestens einen Punkt
3 Flugbeurkundung
Die Beurkundung der Flüge ist nur mit IGC-zugelassenen GNSS-Flugrekordern oder mit Positionsrekordern mit WeGlide-Zulassung möglich. Streckenflugaufgaben können online oder über einen GNSS-Flugrekorder angemeldet werden: Bei GNSS-Flugrekordern gilt die letzte gültige Deklaration (C-Rekord im Flugrekorder).
Die Online-Deklaration erfolgt über weglide.org. Liegt eine Online-Deklaration vor, so ist die Deklaration im GNSS-Flugrekorder oder im Positionsrekorder nichtig. Die Online-Deklaration ist nur gültig, wenn sie vor dem Start erfolgt und nach dem Start bis zur Meldung des Fluges keine andere Online-Deklaration erfolgt. Die IGC-Datei muss mit einer gültigen Signatur versehen sein (G-Rekord). Dies schließt ein, dass diese Datei mit standardisierten Verfahren validiert werden kann.
Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Beurkundung liegt bei den Teilnehmenden. Ein Flug wird nur gewertet, wenn der Flug vom Abflug- zum Endpunkt ohne Motorunterstützung durchgeführt wurde und ein ununterbrochener Höhenschrieb sowie eine ordnungsgemäße Beurkundung des Flugweges vom Start bis zur Landung nachgewiesen werden. Bei Benutzung einer Motorunterstützung zwischen Abflug und Erreichen des Endpunktes wird der Flug nur bis zur letzten, nachweislich ohne Antriebsunterstützung erreichten Koordinate gewertet.
Das Intervall zwischen zwei Aufzeichnungspunkten soll vier Sekunden nicht überschreiten. Sofern technische Probleme auftreten, werden Ausfälle in der Flugaufzeichnung von maximal 120 Sekunden toleriert. Die Flüge sind spätestens bis 12 Uhr mittags Ortszeit am übernächsten Tag nach dem Flug online zu melden.
4 Wertungsflüge und -verfahren
Die Mindestpunktzahl für Streckenflüge beträgt 50 Punkte und für Sprintflüge 25 Punkte.
4.1 Streckenflüge
Es können Strecken von einem Abflugpunkt über bis zu drei Wendepunkte (beim Vierecksflug maximal vier Wendepunkte) zu einem Endpunkt gewertet werden. Die Höhendifferenz zwischen dem niedrigsten möglichen Abflugpunkt und dem höchsten möglichen Endpunkt darf maximal 1000 m betragen.
4.1.1 Angemeldete Flüge
Bei einem angemeldeten Flug müssen alle Zielpunkte des Fluges (Abflug-, Wende- und Endpunkt) über die Angabe ihrer geografischen Koordinaten vor dem Start als Flugaufgabe im Flugrekorder oder über die Online-Deklaration eindeutig und in der vorgegebenen Reihenfolge festgelegt werden. Bei geschlossenen Flügen müssen Abflug- und Endpunkt identisch sein. Ein Flug mit unterschiedlichen Flugaufgaben in verschiedenen Flugrekordern ist nicht zulässig und wird als vorsätzlicher Verstoß gegen die Regeln gewertet. Die Zielpunkte sind in der vorgesehenen Reihenfolge anzufliegen.
4.1.2 Freie Flüge
Bei nicht angemeldeten, sogenannten "freien" Flügen, werden als Abflug-, Wende- und Endpunkt nur aufgezeichnete Koordinaten des Flugweges gewertet. Freie Flüge gelten als geschlossen, wenn Abflug- und Endpunkt nicht mehr als 1 km voneinander entfernt sind. Freie Flüge sind nur über maximal drei Wendepunkte möglich.
4.1.3 Dokumentation von Abflug-, Endpunkt und Wendepunkten
Wendepunkte gelten als erfolgreich erreicht, wenn der Einflug in den 90°-Sektor (gemäß Sporting Code) oder in den Kreis um den Wendepunkt mit 500 m Radius nachgewiesen wurde. Der Abflug gilt als erreicht, wenn das Überfliegen der Startlinie mit 5 km Radius nachgewiesen wurde. Der Endpunkt gilt als erreicht, wenn der Einflug in einen Kreis mit einem Radius von 3 km um den Endpunkt nachgewiesen wurde.
4.1.4 Punktbewertung
Die Punktzahl für Wertungsflüge ergibt sich aus der Wertungsstrecke in Kilometer (km), zuzüglich des Deklarationsbonus und des höchsten Bonus auf die Wertungsstrecke, geteilt durch den Index/100 des jeweiligen Flugzeuges.
4.1.5 Bonus
Angemeldete Aufgaben, die gemäß 4.1.3 erfolgreich dokumentiert sind, erhalten einen Bonus von 30%.
4.1.5.1 Dreiecksflug
Bei einem geschlossenen Dreiecksflug wird ein zusätzlicher Bonus von 40% addiert, wenn
- der kürzeste Schenkel mindestens 28% der Gesamtstrecke beträgt, oder
- bei einer Wertungsstrecke von 500 km oder mehr der kürzeste Schenkel mindestens 25% und der längste Schenkel höchstens 45% der Gesamtstrecke betragen.
Bei Dreiecksflügen wird die Strecke zwischen den drei Wendepunkten als Wertungsstrecke gewertet. Der Abflugpunkt kann dabei zwischen zwei Eckpunkten des Dreiecks liegen.
4.1.5.2 Vierecksflug
Bei einem geschlossenen Vierecksflug wird ein zusätzlicher Bonus von 40% addiert, wenn die Fläche zwischen den Wendepunkten bzw. den Wendepunkten und dem Abflug-/Endpunkt durch zwei Dreiecke beschrieben werden kann, für die gilt:
- beide Dreiecke müssen dieselbe Forderung nach 4.1.5.1.1 bzw. 4.1.5.1.2 erfüllen
- die Dreiecke müssen mit einem identischen Schenkel aneinander liegen
- die Dreiecke dürfen nicht übereinanderliegen
Die Wertungsstrecke bei Vierecksflügen ist der Umfang des Vierecks. Der Abflugpunkt kann dabei zwischen zwei Eckpunkten des Vierecks liegen. Freie Vierecksflüge sind nicht für die Wertung zugelassen.
4.1.5.3 Ziel-Rück-Flug
Bei einem geschlossenen Ziel-Rück-Flug wird ein zusätzlicher Bonus von 30% für eine Strecke vom Abflugpunkt über einen Wendepunkt zurück zum Zielpunkt addiert.
4.1.5.4 Zielflug
Bei einem Zielflug wird ein zusätzlicher Bonus von 30% für eine Strecke vom Abflugpunkt zum Zielpunkt addiert.
4.2 Sprintwertung
Aus dem aufgezeichneten Flugweg wird für die Sprintwertung die größtmögliche Sprintstrecke in Kilometer (km) über maximal zwei Wendepunkte und maximal drei Schenkel über einen Zeitraum von maximal 120 Minuten im Segelflug ohne Motorunterstützung bestimmt. Die Abflughöhe zur Ermittlung der Sprintstrecke darf nicht höher als die Ankunftshöhe sein. Die Sprintpunkte ergeben sich aus der Sprintstrecke korrigiert um den Index mit einer 75% Gewichtung.
5 Zusätzliche Regeln für Motorsegler
Der Motorsegler muss einen Flugrekorder mit einem für das Motorsystem geeigneten Antriebslaufzeitenschreiber gemäß Sporting Code Sektion 3 mitführen.
6 Error Codes
Die Überprüfung der Flüge erfolgt auf Basis der beim Provider WeGlide hinterlegten Error Codes.