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Bateleur Cup

Bateleur Cup

1. Allgemeine Regeln

1.1 Ziel

Ziel des Bateleur Cup ist die Förderung des Streckensegelfluges und der südafrikanischen Segelflugpilot*innen.

1.2 Veranstalter

Veranstalter ist die SSSA (Soaring Society of South Africa).

1.3. Termin und Ort

Der Bateleur Cup wird dezentral durchgeführt. Der Wertungszeitraum reicht vom 1. Oktober bis 30. September. Der Sommerzeitraum reicht vom 1. Oktober bis 31. März, der Winterzeitraum vom 1. April bis 30. September.

1.4 Teilnehmende

Teilnehmende Vereine können Segelflugvereine sein, die Mitglied der SSSA sind. Teilnehmende können Segelflugpilot*innen sein, die ordentliches Mitglied eines teilnehmenden Vereins oder der SSSA sind. Teilnehmende dürfen sich in einer Saison nur für einen teilnehmenden Verein melden. Mit dem ersten gemeldeten Flug legen die Teilnehmenden fest, für welchen Verein sie in diesem Wertungszeitraum teilnehmen. Teilnehmende gelten als Junior*innen, wenn ihr 25. Geburtstag nach dem 1. Januar des Wettbewerbsjahres liegt oder sie jünger sind.

1.5 Regeln

Die Sorgfaltspflichten für die Einhaltung der behördlichen Bestimmungen sowie der sonstigen für den Segelflug anzuwendenden Vorschriften und Empfehlungen liegen bei den Teilnehmenden.

Die Entfernungsberechnung erfolgt auf Basis des WGS84-Ellipsoids (Vincenty's Formel). Im Bateleur Cup werden nur Flüge berücksichtigt, die von einem südafrikanischen Flugplatz starten. Die Meldungen über Wertungsflüge sind online einzureichen über die Plattform weglide.org.

1.6 Meldung zur Meisterschaft

Der erste eingereichte Antrag auf Wertung eines Teilnehmenden gilt als Meldung zur Meisterschaft. Damit erkennen die Teilnehmenden die Regeln des Bateleur Cup unter Ausschluss des Rechtsweges an. Mit dem Antrag auf Wertung erfolgt die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten der Teilnehmenden im Rahmen der Auswertung und der Veröffentlichung der Flugdaten. Es gelten die auf der WeGlide-Plattform einsehbaren Hinweise zum Datenschutz.

1.7 Verstöße

Teilnehmende Vereine und Personen, die durch unwahre Angaben oder unlautere Methoden Vorteile in der Wertung zu erringen suchen, können vom Bateleur Cup disqualifiziert werden. Bei vorsätzlichen Verstößen gegen die Regeln wird eine Sperre von 5 Jahren verhängt und der Name der betroffenen Person bzw. des betroffenen Vereins veröffentlicht. Im Wiederholungsfall beträgt die Sperre 10 Jahre. Den regionalen Verbänden bleiben in diesen Fällen weitere Maßnahmen vorbehalten.

1.8 Einspruch

Einsprüche zu Wertungen sind an die SSSA zu richten. Ein Einspruch muss spätestens 48 Stunden nach der Wertung des Fluges erfolgen. Ein Beschluss zu einem Einspruch soll zeitnah, spätestens jedoch bis zum 10. Oktober nach Ende des Wertungszeitraumes erfolgen.

1.9 Siegerehrung

Die Bekanntgabe und Veröffentlichung der Sieger*innen erfolgt durch die SSSA.

2 Wertung

Teilnehmende können beliebig viele Flüge zur Wertung anmelden. Die Wertung eines Fluges erfolgt in der Klasse, die dem geflogenen Flugzeugmuster in der gültigen WeGlide-Indexliste zugeordnet ist. Alle Flugzeuge bis einschließlich Index 106 können auch in der Clubklasse gewertet werden. Flugzeuge der Clubklasse können mit variablem Ballast gemäß Flug- und Betriebshandbuch geflogen werden. Haben Teilnehmende Flüge auf Flugzeugen verschiedener Klassen gemeldet, werden sie in jeder dieser Klassen bzw. Wertungen gewertet.

Flüge in Doppelsitzern werden auch in der Frauen- oder Junior*innen-Wertung 2.2.1 berücksichtigt, wenn die/der Co-Pilot*in ebenfalls Frau oder Junior*in ist, oder wenn die Doppelsitzer einsitzig geflogen werden. Alle Flüge werden mit dem Index des Flugzeuges entsprechend der jeweils gültigen WeGlide-Indexliste bewertet.

2.1 Strecke

Sieger*innen in den Streckenwertungen werden in folgenden Klassen ermittelt:

  • Offene Klasse
  • 18m-Klasse
  • 15m-Klasse
  • Standard-Klasse
  • Club-Klasse
  • Doppelsitzer-Klasse

Sieger*in in der jeweiligen Klasse ist die/der Teilnehmende mit der höchsten Punktzahl aus fünf Flügen in dieser Klasse.

2.1.1 Junior*innen-Wertung

Ein Flug wird auch in der Junior*innen-Wertung gewertet, wenn der 25. Geburtstag der/des Pilot*in und gegebenenfalls der/des Co-Pilot*in im jeweiligen Kalenderjahr liegt oder sie jünger sind. Wird nur der Name eines Co-Piloten eingetragen, wird der Flug nicht in der Junior*innen-Wertung berücksichtigt.

2.1.2 Frauen-Wertung

Ein Flug wird auch in der Frauen-Wertung gewertet, wenn die/der Pilot*in und gegebenenfalls die/der Co-Pilot*in weiblich sind. Wird nur der Name eines Co-Piloten eingetragen, wird der Flug nicht in der Frauen-Wertung berücksichtigt.

2.2 Ranglisten

2.2.1 Rangliste

In einer Rangliste Streckenwertung (4.1) werden die drei punkthöchsten Streckenflüge von Teilnehmenden aus den Einzelwertungen nach 2.1 berücksichtigt.

2.2.1.1 Rangliste Frauen

Die gewerteten Streckenflüge von Frauen werden zusätzlich in einer Rangliste der Frauen-Streckenwertung zusammengefasst. Einzelsiegerin ist die Teilnehmerin mit der höchsten Punktzahl aus drei Flügen.

2.2.1.2 Rangliste Junior*innen

Die gewerteten Streckenflüge von Junior*innen werden zusätzlich in der Rangliste Junior*innen-Streckenwertung zusammengefasst. Einzelsieger*in ist die/der Teilnehmende mit der höchsten Punktzahl aus drei Flügen.

2.3 Teamstreckenwertung

Drei Teilnehmende eines teilnehmenden Vereines bilden mit ihrem punkthöchsten Streckenflug aus der Rangliste der Streckenwertung gemäß 2.2.1 ein Team. Mehrere Teams pro Verein sind möglich. Teamsieger ist der teilnehmende Verein mit der höchsten Punktzahl seines Teams.

3 Flugbeurkundung

Die Beurkundung der Flüge ist nur mit IGC-zugelassenen GNSS-Flugrekordern oder mit Positionsrekordern mit WeGlide-Zulassung möglich. Streckenflugaufgaben können online oder über einen GNSS-Flugrekorder angemeldet werden: Bei GNSS-Flugrekordern gilt die letzte gültige Deklaration (C-Rekord im Flugrekorder).

Die Online-Deklaration erfolgt über weglide.org. Liegt eine Online-Deklaration vor, so ist die Deklaration im GNSS-Flugrekorder oder im Positionsrekorder nichtig. Die Online-Deklaration ist nur gültig, wenn sie vor dem Start erfolgt und nach dem Start bis zur Meldung des Fluges keine andere Online-Deklaration erfolgt. Die IGC-Datei muss mit einer gültigen Signatur versehen sein (G-Rekord). Dies schließt ein, dass diese Datei mit standardisierten Verfahren validiert werden kann.

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Beurkundung liegt bei den Teilnehmenden. Ein Flug wird nur gewertet, wenn der Flug vom Abflug- zum Endpunkt ohne Motorunterstützung durchgeführt wurde und ein ununterbrochener Höhenschrieb sowie eine ordnungsgemäße Beurkundung des Flugweges vom Start bis zur Landung nachgewiesen werden. Bei Benutzung einer Motorunterstützung zwischen Abflug und Erreichen des Endpunktes wird der Flug nur bis zur letzten, nachweislich ohne Antriebsunterstützung erreichten Koordinate gewertet.

Das Intervall zwischen zwei Aufzeichnungspunkten soll vier Sekunden nicht überschreiten. Sofern technische Probleme auftreten, werden Ausfälle in der Flugaufzeichnung von maximal 120 Sekunden toleriert. Die Flüge sind spätestens bis 12 Uhr mittags Ortszeit am übernächsten Tag nach dem Flug online zu melden.

4 Wertung

4.1 Allgemein

Die Bateleur-Cup-Wertung setzt sich aus der Wertung der freien Strecke und dem Flächenbonus zusammen. Für den Flächenbonus ermittelt das Wertungsprogramm das größte FAI-Dreieck und die größte Ziel-Rück-Strecke, die sich in die Flugroute einpassen lassen.

4.2 Definitionen

  • Wertungsbeginn: Zeitpunkt, zu dem der antriebslose Flug beginnt
  • Wertungsende: Zeitpunkt, zu dem der antriebslose Flug endet
  • Abflugpunkt: Aufgezeichnete GPS-Position, die den Beginn der gewerteten Strecke markiert
  • Endpunkt: Aufgezeichnete GPS-Position, die das Ende der gewerteten Strecke markiert
  • Wendepunkt: Aufgezeichnete GPS-Position nach dem Abflug- und vor dem Endpunkt
  • Abflughöhe: Höhe am Abflugpunkt
  • Endhöhe: Höhe am Endpunkt
  • FAI-Strecke: Summe der Schenkellängen zwischen den FAI-Wendepunkten

4.3 Wertung

4.3.1 Strecke

Aus dem Flugweg werden ein Abflugpunkt, fünf Wendepunkte und ein Endpunkt so gewählt, dass

  • die Strecke vom Abflugpunkt über die Wendepunkte zum Endpunkt maximiert wird
  • die Abflughöhe nicht mehr als 1000 m über der Endhöhe liegt

4.3.2 FAI-Bonus

Drei Wendepunkte werden innerhalb des geschlossenen Flugweges so gewählt, dass sie das größtmögliche FAI-Dreieck bilden, wobei

  • der kürzeste Schenkel mindestens 28% der FAI-Strecke beträgt
  • bei einer FAI-Strecke von 500 km oder mehr der kürzeste Schenkel mindestens 25% und der längste Schenkel höchstens 45% der FAI-Strecke beträgt.

Der Abflugpunkt kann zwischen zwei Wendepunkten des Dreiecks liegen. Der Flugweg gilt als geschlossen, wenn der Endpunkt innerhalb von 1 km zum Abflugpunkt liegt und die Abflughöhe nicht mehr als 1000 m über der Endhöhe liegt.

4.3.3 Ziel-Rück-Bonus

Aus dem Flugweg werden ein Abflugpunkt, ein Wendepunkt und ein Endpunkt so gewählt, dass

  • der Endpunkt innerhalb von 1 km zum Abflugpunkt liegt
  • die Strecke zwischen Abflugpunkt und Wendepunkt maximiert wird
  • die Abflughöhe nicht mehr als 1000 m über der Endhöhe liegt

Die Strecke der Ziel-Rück-Wertung beträgt das Zweifache der Strecke zwischen Abflugpunkt und Wendepunkt.

4.4 Punkteberechnung

Die freie Strecke wird mit 1,0 Rohpunkten pro km bewertet. Die FAI-Strecke wird mit 0,3 Rohpunkten pro km bewertet. Die Ziel-Rück-Strecke wird mit 0,2 Rohpunkten pro km bewertet. Das Maximum aus FAI-Punkten oder Ziel-Rück-Punkten bildet den Flächenbonus.

Die Rohpunkte der Bateleur-Cup-Wertung ergeben sich durch Addition des Flächenbonus zu den Streckenrohpunkten. Zum Ausgleich der Leistungsunterschiede der Flugzeuge werden die Rohpunkte mit 100 multipliziert und durch den DMSt-Index des jeweiligen Flugzeugs geteilt. Das Ergebnis wird auf zwei Nachkommastellen gerundet und ergibt die Endpunktzahl des Fluges. Die Mindestpunktzahl für einen Flug beträgt 50 Punkte.

5 Zusätzliche Regeln für Motorsegler

Der Motorsegler muss einen Flugrekorder mit einem für das Motorsystem geeigneten Antriebslaufzeitenschreiber gemäß Sporting Code Sektion 3 mitführen.

6 Error Codes

Die Überprüfung der Flüge erfolgt auf Basis der beim Provider WeGlide hinterlegten Error Codes.